Chronik 1978 – 2009

Die Anfangseuphorie

Begonnen hatte alles am 17. Juni 1978 beim Wirt in Sulzkirchen. Etwa 20, meist junge Leute, wollten einen Sportverein gründen. Die 15 Fussballer unter ihnen waren sich sowieso einig und zwei ältere, gesetztere, die schon einmal aktiv Fussball gespielt hatten, konnte man schnell überreden, die beiden Vorstandsposten zu übernehmen. Nun brauchte man nur noch einen für das Schriftliche und einen für die Finanzen. Aus dem Aktivenkreis konnte einer gut lesen ,,lesen und schreiben’’, der andere schnell ,,Geld zählen’’ – die machte man zu Kassier und Schriftführer.

So schnell kann man einen Sportverein gründen, wenn einer die Sache anschubst und die anderen begeistert mitmachen. Gerhard Holzhammer knüpfte die ersten Kontakte zum Bayrischen Landesportverband und zum Bayrischen Fussballverband. Er erhielt aus München ein dickes Kuvert mit Ratschlägen, Vorschriften und auch der Vereinssatzung, die heute noch Gültigkeit hat.

Aber wieder zurück zur Gründungsversammlung. An den Nebentischen im Wirtshaus sahen einige Skeptiker dem Treiben doch etwas belustigt zu: 
,,Da war doch schon einmal ein Sportverein und der hat auch nicht lange gehalten!’’ Tatsächlich wurde in Sulzkirchen in den 50-er Jahren schon einmal ein Sportverein ins Leben gerufen. Motor war damals Willy Gutmann. Die Alten erzählten immer ganz stolz davon, wie sie mit Gänsbauers Lastwagen zu den weiter entfernten Auswärtsspielen gefahren sind.

Die Mitglieder des SVS 1978 trafen sich am 23.06.1978 bereits wieder, um auf einer ersten ordentlichen Mitgliedsversammlung Walter Ehemann zum 1., Hans Mößler zum 2. und Hans Ehemann zum 3. Vorstand und Kassier zu wählen. Dabei wurden die Vereinsfarben auf rot-schwarz und der Name SV festgelegt. Die alte Spielvereinigung aus den 50-ern war manchem vielleicht doch nicht ganz so geheuer oder es fehlte das nötige Traditionsbewusstsein.


Aller Anfang ist schwer

Das griffige Kürzel SVS war damit geboren. Die schmerzhaften aber auch teilweise feucht-fröhlichen Geburtswehen sollten noch ein wenig anhalten. Zuerst galt es, Mitglieder zu finden, die bereit waren, den Verein mit Rat und Tat zu unterstützen. Ein Aufruf an die Sportfreunde in Sulzkirchen und Umgebung sollte Fußballbegeisterte anlocken. Innerhalb kurzer Zeit trugen sich 52 Sulzkirchner, Oberndorfer und Ohausener in die Liste ein. Auch ein “Asylant” aus Forchheim fand gnädig Aufnahme. 35 dieser Gründungsmitglieder gehören heute nach 25 Jahren dem Verein noch an.
Bevor man endgültig loslegen konnte, musste der alte Bolzplatz noch zum “Lüßgrabenstadion” umgebaut werden. Hauptärgernis für den damaligen Kreisspielleiter waren die kantigen Torpfosten, die durch abgerundete ersetzt werden mussten. Diesen zweifelhaften Heimvorteil wollte man uns wohl nicht gönnen.
Ein Großärgernis dann das erste Spiel. Selbstverständlich und selbstbewusst beteiligte man sich gleich im ersten Jahr am DFB-Pokal und wollte den Großen das Fürchten lehren. Ernüchternd die 2:6 Schlappe gegen den Kreisligisten (damals A – Klasse) SV Mühlhausen.
Auch im ersten Punktspiel behielten die robusten Gäste aus Irfersdorf, ausgerechnet am Kirchweihsonntag, mit 3:2 die Oberhand.

GrundungsmannschaftDie Gründungsmannschaft des SVS:
Walter Ehemann (1. Vorstand), Alfons Schubert (Trainer), Werner Wolfsberger (Spielführer), Reinhard Mößler, Gerhard Holzammer, Fritz Meyer, Ludwig Graser, Reinhard Schrafl, Hans Ehemann, Eduard Lang, Hans Holzammer, Klaus Steinbauer, Bernd Schubert

Die ersten Erfolge

Beim einjährigen Jubiläum konnte jedoch der zwischenzeitlich installierte Spielleiter Johann Hußendörfer schon 6 Siege vermeiden, der Kassier doppelt soviel Einnahmen wie Ausgaben und der neue Vorstand Georg Igl einen fertigen Bauplan für ein neues Sportgelände mit Vereinsheim,
A – Platz und Trainingsplatz. Der BLSV, überzeugt von der soliden Wirtschaftsweise des SVS erteilte die “Lizenz ohne Auflagen” und gab nach nur einjährigen Bestehen seinen Segen zum vorzeitigen Baubeginn. Die beiden Vorstände Georg Igl und Hans Mößler brachten dieses Vorhaben mit einem Bauvolumen von 220.000 DM die nächsten Jahre kräftig auf den Weg. Der im Juni 1981 gewählte Vorstand Xaver Schrafl konnte das Projekt mit der Unterstützung von mehr als 4000 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden zu Ende bringen.
Die Einweihung des Sportgeländes im Juli 1984, ein erstes “Highlight” in der noch jungen Geschichte des SVS, blieb dem neuen Vorstand Johann Hußendörfer vorbehalten. Ein reichhaltiges Festprogramm mit einem Auftaktspiel gegen den Landesligisten VfB Coburg, einem Pokalturnier und einer Partie gegen die Club – AH mit Reisch, Wabra u. a. begeisterten alle. Auch Weltmeister Max Morlock ließ es sich nicht nehmen, Sulzkirchen und dem “Schober-Kare” die Ehre zu geben.

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Ein ganzes Dorf feierte den Aufstieg ihrer Fußballer. Der SV Sulzkirchen ist in dieser Saison erstmals in die B-Klasse aufgestiegen. Von den 24 Punktspielen haben Sie 14 gewonnen, 5 verloren und 5 mal unentschieden gespielt. Das Punkt- und Torverhältnis war 32:15, zu 64:42. Torschützenkönig ist Dieter Steinbauer mit 29 Toren, gefolgt von Harald Jezek (16), Herbert Gradl (9), Reinhard Brunner (4), Klaus Steinbauer (3), Alwin Brodwolf (2) und Heinz Bachmeier (1). Insgesamt kämpften 22 Fußballer während der laufenden Saison um die Punkte für den SV Sulzkirchen. Im Rahmen einer Feier bedankte sich Vorstand Herbert Lachner und überreichte als Anerkennung je einen Zinnteller. Besondere Anerkennung verdiente Klaus Steinbauer, der als Trainer in unermüdlichem Einsatz seine Spieler “auf Vordermann” brachte, sowie Spielleiter Karl Schlirf für sein Engangement und Platzwart Uli Herzog.

Der Verein wächst

Niemand ahnte damals, dass dieses eben eingeweihte Sportheim nach 10 Jahren schon zu klein sein sollte. Herbert Lachner, von 1987 bis 1997 mit 10 Amtsjahren der dienstälteste 1. Vorstand, konnte dieses Vorhaben, das Sportheim zu erweitern, über die Bühne bringen. Dabei wurde eine Küche angebaut und der Aufenthaltsraum vergrößert.
In dieser Zeit fiel auch die Ausrichtung der Stadtmeisterschaft – mehr ein gesellschaftlicher als ein sportlicher Höhepunkt.
Daneben sind noch zwei Jubiläen der besonderen Art erwähnenswert. Karl Schlirf nahm 1992 seinen Abschied und wurde für sein 12-jährige Tätigkeit als Spielleiter ausgezeichnet. Ebenfalls ein Mann der ersten Stunde ist Erwin Jezek, der schon im “Lüßgrabenstadion” das 1:0 – Bier verkauft hatte und nach 12 Jahren als Vereinswirt den Zapfhahn an den Nagel hängte. Weil das Geschäft einmal nicht so gut lief, konnte er nebenbei auch noch von 1985-1987 den 1. Vorstand machen.
In den Jahren 1997/1998 hatte Klaus Steinbauer das Amt des 1. Vorstandes inne, von 1999-2002 Gerhard Holzammer. Seit Januar 2003 ist Alwin Brodwolf für die Vereinsführung verantwortlich.

Sportliches Auf und Ab

Wie bei den Vorständen, die kamen und gingen, so verhielt es sich auch beim sportlichen Erfolg. Der Verein begann 1978 mit einer ersten Mannschaft, eine Reserve folgte 1979, ebenso eine
A-Jugend und 1983 eine C-Jugend. In den letzten Jahren konnte der Spielbetrieb in den Jugendmannschaften nur aufrecht gehalten werden, weil mit Forchheim und Burggriesbach Spielgemeinschaften eingegangen worden sind. Nur in den unteren Jugendklassen (F/D-Jugend) konnten im Kleinfeldbereich teilweise Mannschaften gemeldet werden. 1999 wurde als jüngstes Kind eine Mädchenabteilung von Gerhard Wagner aus der Taufe gehoben.
Aushängeschild ist natürlich, wie fast überall, die 1. Mannschaft, die in den ersten Jahren meist in der unteren Hälfte der Tabelle der C – Klasse anzutreffen war. Setzte die Mannschaft zu Höhenflüge an, honorierten dies die Fans mit großer Begeisterung. So geschehen in der Saison 1988/1989 mit Trainer Klaus Steinbauer und 1995/1996 mit Richard Seidl, als man jeweils in die B – Klasse aufsteigen konnte. Unvergessen die folgenden Auftsiegsfeste, wie immer vorzüglich organisiert vom langjährigen Vergnügungswart Gerhard Holzammer, mit den Hoiderlingern und den Steirern. Ernüchternd aber beide Male der postwendende Abstieg.

Vereinschronik_-_Die_ersten_Erfolge_2Der SV Sulzkirchen freut sich auf die B-Klasse.

Aller guten Dinge sin drei. Reinald Herzog schaffte in der Saison 1998/1999 den dritten Aufstieg, diesmal in die Kreisklasse. Ihm gelang es sogar, den sofortigen Abstieg zu vermeiden. Dieses Schicksal ereilte dann den Trainer des nächsten Jahres, Albert Hofbeck. Der bemühte sich redlich und unermüdlich, versuchte sogar brasilianische Ballzauberer vom Zuckerhut an den Sulzkirchener Kirchturm zu holen – vergeblich. Auch in dieser Spielzeit hat uns die fränkische “Kurzleihgabe” Werner Kolmer “zum Glocken nochmal” kein Glück gebracht.

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Da jubeln die Sulzkirchner: Das 2:2 gegen Grafenberg langte für den Aufstieg in die Kreisklasse Süd. Bemerkenswert: Die Schützlinge von Coach Reinald “Bubi” Herzog blieben die ganze Saison über ungeschlagen.

Nicht nur Fußball

Neben den Fußballspielern nehmen seit 1979 die Damen mit einer Gymnastikabteilung am Vereinsleben intensiv teil. Von 1979- 1992 hatte Mechtild Westphal die Abteilungsleitung inne, seit 1993 Gisela Lachner.
Auch die beiden rührigen Abteilungsleiter der Tennisabteilung, Georg Brodwolf und Richard Kromer bemühen sich um ein aktives Vereinsleben.

Ausblick:

Am 18. Januar 2003 wurde die Vorstandschaft des SV Sulzkirchen komplett neu besetzt. Alwin Brodwolf, Wolgang Lux und Hans Ehemann fällt die Aufgabe zu, die Weichen für den Verein zu stellen. Nicht Großprojekte wie die Auslagerung des gesamten Sportgeländes sondern die Sanierung der Umkleidekabinen wird die erste Aufgabe der Tagesordnung sein. Ein weiteres, sehr dringendes Problem, dem Spielerrückgang zu begegnen – in diesem Jahr konnte erstmals keine Reserve gemeldet werden – stellt sich ebenfalls. Versuche und Bemühungen um eine Lösung scheiterten bisher daran, dass einerseits eine angestrebte Spielgemeinschaft mit dem FC Forchheim von amtlicher Seite nicht genehmigt wurde und andererseits die Bereitschaft dafür bei den Spielern noch nicht ausgeprägt genug ist. Vielleicht bringt die vereinbarte Trainingsgemeinschaft die Sache ein Stück voran.
Auch die aufblühende, junge Mädchenabteilung, die beachtliche Anfangserfolge vorzuweisen hat, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Probleme in der Hauptabteilung, bei den “Fußballern”, gelöst werden müssen. Dafür sind kurzfristig kreative Vorschläge und langfristige tragfähige Konzepte nötig.
Die am 24.04.2003 mit dem FC Forchheim gebildete und vom Verbund geduldete “Spielgemeinschaft” könnte ein Weg sein – einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.